Regionalnachrichten

Niedersachsen & BremenNeues Mahnmal soll an ermordete Sinti und Roma erinnern

05.11.2026, 18:04 Uhr
image

Ein einzigartiger Erinnerungsort ist das Ziel: In Sichtweite zum Mahnmal für die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten soll in Hannover ein Mahnmal für die verfolgten Sinti und Roma entstehen.

Hannover (dpa/lni) - Hannover soll einen neuen Gedenkort für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma bekommen. Geplant ist ein Mahnmal mit dem Titel "Die Stimme der Abwesenden" der Künstlerin Malgorzata Mirga-Tas. Den Entwurf dafür stellten Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne), Regionspräsidentin Eva Bender (SPD), der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und der Präsident des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, heute vor.

Für die Umsetzung werden Spenden im mittleren sechsstelligen Bereich benötigt, wie der Vorsitzende des Fördervereins für das Mahnmal, Michael Buckup, sagte. Spätestens 2028 solle das Mahnmal zu sehen sein.

Onay: "Erinnerungskultureller Meilenstein"

Onay sagte, der Entwurf sei "ein erinnerungskultureller Meilenstein". Unmittelbar neben dem Holocaust-Mahnmal auf dem Opernplatz werde das neue Mahnmal die Erinnerung an den Völkermord an den Sinti und Roma im Herzen der Stadt wachhalten. Die Sinti und Roma seien lange eine vergessene Opfergruppe gewesen, gleichzeitig sei das Mahnmal ein Zeichen gegen die auch nach 1945 anhaltende Diskriminierung dieser Minderheit.

"Die ermordeten Menschen können wir nicht zurückholen, aber wir müssen ihrer stets gedenken, so wie wir es auch mit den jüdischen Ermordeten tun", sagte Fürst von den Jüdischen Gemeinden. Rose vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sagte: "Erinnern heißt, Menschlichkeit zu bewahren und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen."

"Die Gegenwart derer, die nicht mehr da sind"

Die Künstlerin Mirga-Tas sagte, ihr Entwurf solle "schlicht und doch poetisch, subtil und doch tiefgründig" sein. "Die Geschichte erinnert daran, wie gefährlich Rassismus, systematische Ausgrenzung und Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechtsverletzungen werden." Es brauche einen Ort der Erinnerung, der die menschliche Dimension der Ereignisse spürbar macht – "den Verlust, die Stille und die Gegenwart derer, die nicht mehr da sind".

Mirga-Tas ist eine polnische Roma-Künstlerin. 2022 vertrat sie Polen auf der Biennale in Venedig und war damit nach Angaben des Mahnmal-Fördervereins die erste Roma-Künstlerin, die dort ein Land vertrat.

Quelle: dpa

Regionales