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Smarte Helfer am HandgelenkKönnen Smartwatches im Notfall Leben retten?

04.11.2026, 13:17 Uhr
Smartwatches-Notfall
Moderne Smartwatches bieten neben Fitness-Tracking auch Sicherheits- und Gesundheitsfunktionen. (Foto: IMAGO / Pond5 Images)

Smartwatches wie die Huawei Watch Fit 5 Pro oder die Apple Watch können im Alltag wichtige Warnsignale liefern – und im Ernstfall schnelle Hilfe ermöglichen.

Smartwatches sind längst mehr als reine Fitness-Tracker. Neben Schritten, Kalorien und Schlaf zeichnen viele Modelle inzwischen wichtige Gesundheitsdaten auf. Sensoren überwachen den Herzrhythmus, erkennen ungewöhnliche Pulswerte oder ermöglichen sogar eine Blutdruckmessung. Einige Geräte können bei schweren Stürzen außerdem automatisch Hilfe anfordern.

Gerade bei der Gesundheitsüberwachung sind die Möglichkeiten zwar vielfältig, aber begrenzt. Kurz gesagt: Eine Smartwatch ersetzt weder ärztliche Untersuchungen noch garantiert sie, dass eine gefährliche Erkrankung auch wirklich rechtzeitig erkannt wird. Trotzdem kann die Technik im Alltag einen echten Mehrwert bieten. Ein Beispiel ist die neue Huawei Watch D3, die eine medizinisch zertifizierte Blutdruckmessung mit zahlreichen weiteren Gesundheits- und Sicherheitsfunktionen kombiniert.

Huawei Watch D3: Gesundheitsüberwachung am Handgelenk

Die Huawei Watch D3 gehört zu den wenigen Smartwatches, die den Blutdruck tatsächlich mit einer integrierten Manschette messen können. Dafür befindet sich ein aufblasbares Luftkissen im Armband, das ähnlich wie ein herkömmliches Blutdruckmessgerät arbeitet. Die Uhr ermöglicht sowohl einzelne Messungen als auch eine ambulante Überwachung über 24 Stunden. Dabei erfasst sie in regelmäßigen Abständen den Blutdruck, auch während des Schlafs.

Hinzu kommen eine EKG-Funktion, die Überwachung der Herzfrequenz und Hinweise auf mögliche Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Auch eine automatische Sturzerkennung ist integriert. Erkennt die Uhr einen schweren Sturz und bleibt eine Reaktion aus, kann sie hinterlegte Notfallkontakte benachrichtigen. Allerdings erfolgt nicht automatisch ein direkter Anruf beim Rettungsdienst. Da die Watch D3 zudem keine eigene Mobilfunkverbindung besitzt, ist sie für Telefonate außerdem immer auf ein verbundenes Smartphone angewiesen.

Dazu kommen zahlreiche Gesundheitsfunktionen, die zwar keine Diagnose ersetzen, aber helfen können, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen:

  • Blutdruckmessung: integrierte Luftmanschette, automatische 24-Stunden-Überwachung

  • Herzgesundheit: EKG-Aufzeichnung, Herzfrequenzmessung, Hinweise auf Vorhofflimmern

  • Notfallfunktionen: Sturzerkennung, SOS-Benachrichtigung hinterlegter Kontakte

  • Gesundheitstracking: Blutsauerstoff, Schlafanalyse, Herzfrequenzvariabilität

  • Akku: bis zu 6 Tage bei typischer Nutzung, mit aktivierter 24-Stunden-Blutdruckmessung bis zu 1 Tag

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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Besonders interessant ist die Watch D3 für Menschen, die ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren möchten. Im Praxistest von ntv.de funktionierten die nächtlichen Messungen weitgehend unbemerkt. Tagsüber erfordert die Messung allerdings eine ruhige Haltung mit dem Handgelenk auf Herzhöhe. Trotz Zertifizierung gilt also, dass die aufgezeichneten Werte eine ärztliche Betreuung ergänzen, aber nicht ersetzen können. Außerdem wichtig für Sportfans: Die Uhr ist nicht zum Schwimmen geeignet.  

Gesundheitsfunktionen werden immer umfangreicher – aber wie zuverlässig sind sie?

Dass Smartwatches Hinweise auf bestimmte Herzrhythmusstörungen liefern können, ist wissenschaftlich untersucht. In der 2019 im renommierten Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlichten Apple Heart Study mit mehr als 419.000 Teilnehmenden erhielten 0,52 Prozent eine Warnung wegen eines unregelmäßigen Pulses. Bei einer kleinen Teilgruppe mit zeitgleich aufgezeichnetem EKG bestätigte sich in 84 Prozent der Fälle Vorhofflimmern. Solche Warnungen können also durchaus einen wichtigen Anstoß für weiterführende Untersuchungen geben.

Wichtig: Eine medizinische Diagnose ersetzen die Werte jedoch nie. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt etwa, durch eine Smartwatch erfasste Hinweise auf Vorhofflimmern durch eine geeignete EKG-Aufzeichnung ärztlich überprüfen zu lassen. Auch ein unauffälliges Smartwatch-EKG bietet im Umkehrschluss keine vollständige Sicherheit.

Ähnliches gilt für die Blutdrucküberwachung. Die Huawei Watch D3 nutzt zwar eine Manschette statt einer rein optischen Schätzung, dennoch können Bewegungen und eine falsche Haltung die Werte beeinflussen. Der Bluthochdruck-Verband Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für die regelmäßige Selbstmessung weiterhin bevorzugt validierte Oberarmgeräte. Eine Smartwatch kann aber insbesondere längerfristige Veränderungen sichtbar machen. Ob die kontinuierliche Überwachung durch solche Geräte tatsächlich Herzinfarkte, Schlaganfälle oder wirklich Todesfälle verhindert, ist bislang aber nicht ausreichend belegt.

Alternative: Apple Watch Ultra 4 mit starken Notfallfunktionen

Wer besonderen Wert auf eine möglichst umfassende Notfallausstattung legt und bereits ein iPhone nutzt, findet in der Apple Watch Ultra 4 eine Alternative. Das im September 2026 frisch vorgestellte Modell kombiniert EKG, Herzfrequenzüberwachung und weitere Gesundheitsfunktionen mit einer automatischen Sturz- und Unfallerkennung. Reagiert der Träger nach einem erkannten schweren Sturz längere Zeit nicht, kann die Uhr selbstständig den Rettungsdienst verständigen und den Standort übermitteln.

Ein besonderer Vorteil ist die integrierte Mobilfunk- und Satellitenkommunikation. Dadurch lässt sich im Notfall auch ohne verbundenes iPhone Hilfe anfordern. In Deutschland unterstützt die Ultra 4 sogar Notrufnachrichten über Satellit, wenn keine Mobilfunk- oder WLAN-Verbindung besteht. Dafür muss allerdings unter anderem freie Sicht zum Himmel vorhanden sein.

  • Notfallfunktionen: automatische Sturz- und Unfallerkennung mit Rettungsdienst-Notruf

  • Verbindung: Mobilfunk und Satelliten-Notruf ohne gekoppeltes iPhone

  • Herzgesundheit: EKG, Herzfrequenzüberwachung, Hinweise auf Vorhofflimmern

  • Blutdruck: algorithmische Hinweise auf mögliche Hypertonie

  • Akku: bis zu 50 Stunden bei normaler Nutzung laut Hersteller

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Für Funktionsfülle und aktuelle Technik fällt der Preis mit einer unverbindlichen Preisempfehlung ab 899 Euro, aber eben auch erheblich höher aus als bei vielen anderen Smartwatches.

Günstiger wird es mit dem Vorgängermodell: Die Apple Watch Ultra 3 ist bei Back Market generalüberholt erhältlich. Sie bietet ebenfalls EKG, Sturz- und Unfallerkennung, Mobilfunk und Satelliten-Notruf. Die Ultra 4 ergänzt unter anderem eine überarbeitete Herzfrequenzmessung und eine längere Akkulaufzeit.

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Vor allem die Cellular-Versionen sind interessant, da Notrufe auch ohne direkt verbundenes iPhone möglich bleiben. Für Outdoor-Fans oder sportlich aktive Nutzer ist das ein echter Vorteil. Allerdings hat die Apple Watch Ultra 3 auch Nachteile: Der Preis liegt deutlich höher und die Akkulaufzeit fällt trotz Verbesserungen weiterhin wesentlich kürzer aus als bei Huawei. Wer vor allem lange Laufzeiten, viele Gesundheitsfunktionen und ein ansprechenderes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dürfte mit der Huawei Watch Fit 5 Pro daher oft besser fahren.

Günstigere Apple-Option: Apple Watch SE 3

Weniger Geld kostet die Einsteiger-Uhr Apple Watch SE 3. Trotz ihres eher niedrigeren Preises beherrscht sie wichtige Sicherheitsfunktionen der teureren Modelle. Dazu gehören die Sturzerkennung, die automatische Unfallerkennung und die Möglichkeit, im Ernstfall einen Notruf abzusetzen. Auch Benachrichtigungen bei ungewöhnlich hoher, niedriger oder unregelmäßiger Herzfrequenz sind vorhanden.

Auf eine EKG-Funktion, eine Blutdruckmessung und Apples eigenständigen Satelliten-Notruf müssen Käufer allerdings verzichten. Für Notrufe ohne iPhone in der Nähe ist zudem die Cellular-Version beziehungsweise eine geeignete Netzwerkverbindung entscheidend.

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Fazit: Smartwatches werden zu wichtigen Sicherheitsbegleitern

Smartwatches ersetzen weder Ärztinnen und Ärzte noch Rettungsdienste – sie können aber helfen, Risiken früher zu erkennen und im Notfall schneller Unterstützung zu organisieren. Besonders die Huawei Watch Fit 5 Pro zeigt, wie umfassend moderne Wearables inzwischen ausgestattet sind: Sturzerkennung, Gesundheits-Tracking, EKG und lange Akkulaufzeit treffen auf ein vergleichsweise faires Preisniveau. Gerade im Alltag dürfte sie deshalb für viele Nutzer die spannendere Gesamtlösung sein. Apple bleibt bei den Notfall- und Cellular-Funktionen stark, verlangt dafür aber deutlich höhere Preise und häufigere Ladepausen.

Quelle: ntv.de