Kurznachrichten

EU-Auflagen belasten KonzernDB Cargo droht trotz Sanierung weiter Ärger wegen Altlasten

04.11.2026, 13:22 Uhr
623012974
(Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie)

Die Eisenbahngewerkschaft EVG rechnet mit weiteren Problemen bei der bereits stockenden Sanierung der Frachtsparte der Deutschen Bahn.

Altlasten bremsten die DB Cargo aus, sagte EVG-Vizechefin Cosima Ingenschay am Mittwoch in Berlin zu Journalisten. DB Cargo rechnet dieses Jahr wegen Abschreibungen auf die britische Tochtergesellschaft nicht mehr mit einem Gewinn. Der Verkaufsprozess für die Tochter ist bereits angelaufen. Im Umfeld des Unternehmens hieß es zuletzt, die Wertberichtigungen summierten sich auf rund 260 Millionen Euro. Die angepeilte schwarze Null von DB Cargo sei 2026 damit kaum mehr zu schaffen.

Auf Druck der EU-Kommission, die übermäßige staatliche Subventionen verhindern soll, ist DB Cargo verpflichtet, bis Ende 2026 profitabel zu werden. Denn der Mutterkonzern darf die Verluste der Tochter eigentlich nicht mehr ausgleichen. Notfalls droht eine Abwicklung. Jetzt stehen neue Verhandlungen des Bundes mit der Brüsseler Behörde an, die im November starten dürften.

"Das sind Altlasten, da haben wir viele", sagte Ingenschay. Die Sanierung der DB Cargo sei dadurch aber nicht gescheitert. Operativ werde man 2026 in die schwarzen Zahlen kommen. Das frühere Management habe aber zu wenig auf die europäischen Töchter der DB Cargo geschaut. Auch die EU-Kommission habe dies bei den bisherigen Auflagen nicht im Blick gehabt. "Da wird uns noch was erwarten."

Ulrich Schmidt vom Gesamtbetriebsrat der DB Cargo sagte, es sei nicht mit Gnade der EU-Kommission zu rechnen. Er sprach von knallharten Wettbewerbshütern. Die Mitarbeiter hätten bereits ihren Beitrag zur Sanierung geleistet.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales