DIW-Studie zur ArbeitsweltKI spaltet Deutschlands Arbeitswelt in Nutzer und Nichtnutzer

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz ist einer Studie zufolge in Deutschland noch gering und offenbart eine tiefe Kluft zwischen den Beschäftigten.
Im vergangenen Jahr nutzten nur etwa zwölf Prozent der Beschäftigten regelmäßig KI-Anwendungen, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch mitteilte. Fast die Hälfte hatte demnach noch gar keinen Kontakt damit. Die Untersuchung basiert auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 2025.
Vor allem junge, besser gebildete Männer in digitalen Berufen kommen der Untersuchung zufolge häufig mit KI in Kontakt. Frauen und Geringgebildete zeigten zudem wenig Interesse an einer zukünftigen Nutzung. "Die Ergebnisse verdeutlichen das Risiko, dass KI bestehende Ungleichheiten in der Arbeitswelt verstärkt", sagte Rebecca Scheffauer, eine der Studienautorinnen. Auf Dauer könne dies dazu führen, dass die Perspektiven von Frauen in KI-Modellen weniger vertreten seien.
Die Bekanntheit und Nutzung unterscheiden sich je nach Anwendung erheblich. Generative KI-Werkzeuge zum Erstellen von Texten oder Grafiken waren 2025 am bekanntesten und wurden am häufigsten genutzt. Roboter wurden zwar positiv bewertet, aber vergleichsweise selten eingesetzt. "Aktuell beabsichtigt rund die Hälfte der Beschäftigten, auch künftig wenig oder gar keine KI einzusetzen", erklärte Sabine Zinn, SOEP-Direktorin und ebenfalls Autorin der Studie. Die großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie zwischen den Bildungsgraden böten Anlass zur Sorge.
Um ein weiteres Vertiefen der digitalen Spaltung zu verhindern, fordern die Expertinnen gezielte Weiterbildungsangebote. Zudem müssten KI-Kompetenzen gefördert und ein verantwortungsvoller Einsatz der Technologie sichergestellt werden. "Entscheidend ist auch, wie Unternehmen, Politik und Bildungseinrichtungen diesen Wandel gestalten und dafür sorgen, dass möglichst viele Beschäftigte von den Chancen der KI profitieren können."