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Kühlanlagen aufgetaut Prorussische Gruppe reklamiert Cyberangriffe auf Supermärkte für sich

04.11.2026, 16:57 Uhr
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Leere Kühlregale, entsorgte Lebensmittel: Dieses Bild bot sich am Montag in zahlreichen Supermärkten in mehreren europäischen Ländern. (Foto: picture alliance/dpa/TT News Agency via AP)

In mehreren europäischen Ländern lassen Hacker Kühlanlagen in Supermärkten abtauen. Zahlreiche Lebensmittel werden entsorgt, ein großer Schaden entsteht. Eine prorussische Hackergruppe brüstet sich mit den Attacken. Doch Belege für einen Eingriff in die Kühlsysteme legt sie nicht vor.

Nach einer Serie von Cyberangriffen auf Kühlanlagen in europäischen Supermärkten hat sich eine prorussische Hackergruppe zu den Taten bekannt. In einem Beitrag auf Telegram nennt die Gruppe NoName057(16) den dänischen Hersteller Danfoss als neues Ziel: Dessen Website sei per DDoS-Attacke, also durch gezielte Überlastung mit Anfragen, lahmgelegt worden, die Kühlsysteme seien wieder ausgefallen. Die Gruppe schreibt zudem, sie habe bereits in mindestens 20 Ländern, überwiegend Nato-Mitgliedern, kritische Infrastruktur angegriffen, darunter Wasserversorgung, Kraftwerke, Industrieanlagen und Lebensmittellager.

Belege für einen Eingriff in die Kühlsysteme legte die Gruppe bislang nicht vor. Bei früheren Aktionen hat sie teils Bildschirmaufnahmen veröffentlicht, die zeigen sollen, wie sie Industriesysteme manipuliert. Solche Aufnahmen fehlen diesmal. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Hacker hatten am Montag in Supermärkten in Schweden, Belgien, Estland, Finnland, Luxemburg, Italien, Irland, den Niederlanden und Portugal Kühl- und Gefrierschränke abtauen lassen, die Lebensmittel mussten weggeworfen werden. Auch in Deutschland gab es vereinzelte Fälle. Bereits Mitte Oktober hatte es in Frankreich einen großangelegten Angriff auf Märkte mehrerer großer Handelsketten gegeben.

Danfoss ist ein dänischer Technikkonzern. Seine Steuerungen überwachen laut Berichten die Kühltechnik ganzer Supermärkte und ermöglichen die zentrale Einstellung von Temperaturen, Alarmen und Abtauzyklen. In Frankreich berichteten Medien, die Angriffe hätten Danfoss-Anlagen getroffen. Danfoss erklärte damals, betroffen sei eine begrenzte Anzahl von Kühlsystemen, die überwiegende Mehrheit davon ältere Produkte.

NoName057(16) trat erstmals im März 2022 nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in Erscheinung. Die Gruppe ist vor allem für DDoS-Angriffe bekannt. Im Juli 2025 gingen Europol und Eurojust mit der "Operation Eastwood" gegen das Netzwerk vor und schalteten mehr als 100 Systeme und zentrale Server ab. Es gab zwei Festnahmen, in Frankreich und Spanien, und sieben europäische Haftbefehle. Nach Medienberichten blieb die Gruppe danach aktiv, Deutschland wurde demnach zu einem ihrer Hauptziele.

Gegen Mitglieder und Unterstützer der Gruppe ermitteln die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung im Ausland. Das BKA fahndet öffentlich nach fünf Beschuldigten. Nach Angaben der Ermittler gehörten dem Unterstützernetzwerk mehr als 4.000 Nutzer an, die über eine Software an DDoS-Angriffen teilnahmen.

Quelle: ntv.de, uzh

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