Regionalnachrichten

HessenPolizei räumt Hörsaal nach Protesten an der Uni Kassel

05.11.2026, 06:55 Uhr
image
(Foto: Nicole Schippers/dpa)

Die Uni Kassel ändert eine Klausel in ihrer Grundordnung, die Forschung zu friedlichen Zwecken verpflichtete. Das führt zur Besetzung eines Hörsaals. Nun hat die Polizei eingegriffen.

Kassel (dpa/lhe) - Nach Protesten Studierender gegen die Änderung der sogenannten Zivilklausel an der Universität Kassel hat die Polizei einen besetzten Hörsaal geräumt. Einem Sprecher der Polizei Kassel zufolge hielten sich seit dem Abend etwa 40 bis 50 Personen in dem Hörsaal auf und verließen diesen auch in der Nacht nicht. Der Senat der Universität Kassel hatte die Klausel am Mittwoch in der neuen Präambel der Grundordnung aufgeweicht, die bislang Forschung, Lehre und Entwicklung zur Ausrichtung auf ausschließlich zivile Zwecke und friedliche Ziele verpflichtete.

Die Protestierenden seien aus dem Hörsaal herausgetragen worden und hätten dabei "teils erheblichen Widerstand" geleistet, sagte der Polizeisprecher. Zwei Polizisten wurden bei der Räumung den Angaben zufolge unter anderem durch Tritte leicht verletzt.

Universität: "Friedensauftrag präzisiert"

Ein Sprecher der Universität hatte am Mittwoch erklärt, mit dem neuen Text der Präambel werde der "Friedensauftrag an die Universität präzisiert". Die Betonung liege darauf, dass Forschung, Lehre und Transfer an der Universität friedlichen Zwecken dienen und gehe auch "nochmal genau auf die Schwierigkeit ein zwischen zivilen und militärischen Zwecken innerhalb dieser Forschungsinstitution".

Nach der Entscheidung waren laut Polizei rund 100 Studierende in einen Hörsaal gegangen. Die Polizei sowie Uni-Präsidentin Ute Clement und Kanzler Oliver Fromm hatten ebenso wie eine Justiziarin der Universität mit den Studierenden gesprochen.

Quelle: dpa

Regionales