Politik

Alaska könnte Wochen dauernNur noch zwei Senats-Rennen sind offen

04.11.2026, 13:45 Uhr
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Die Demokratin Mary Peltola liegt derzeit knapp hinter dem Republikaner Dan Sullivan. Beim Präferenzwahlsystem in Alaska ordnen die Wähler die vier Finalisten auf ihren Stimmzetteln nach ihrer Präferenz. (Foto: dpa)

Der Kampf um den Senatssitz in Alaska hat unter anderem Schlagzeilen gemacht, weil gleich zwei Dan Sullivans antraten. Die Republikaner wittern Wahlmanipulation. Dem zum Trotz wird es ein extrem knappes Rennen. Die Auszählung könnte sich wegen der einzigartigen Regeln des Staates noch Wochen ziehen.

Nach einem phänomenalen Wahlabend für die demokratische Partei, sind nur noch zwei Senats-Rennen offen: Mississippi, in dem die beiden Kontrahenten derzeit absolut gleichauf liegen - und Alaska, wo sich die Auszählung noch wochenlang hinziehen könnte. Dort liegt derzeit der Republikaner Dan S. Sullivan mit 48,49 Prozent der Stimmen knapp vor der Demokratin Mary Peltola, die 47,68 Prozent der Stimmen hat. Noch sind allerdings erst 72 Prozent ausgezählt.

Die "New York Times" hatte Peltola basierend auf dem Echtzeit-Wahlmodell der Zeitung zuletzt allerdings einen leichten Vorteil eingeräumt. Beim Großteil der verbleibenden Stimmen handelt es sich laut der Zeitung um Briefwahlstimmen. Es werde erwartet, dass diese Stimmen eher zugunsten von Peltola ausfallen, heißt es weiter. Die Wahlprognose der "New York Times" tendiert daher "leicht zugunsten von Peltola", auch wenn es "Unsicherheitsfaktoren" gebe.

Beim Präferenzwahlsystem in Alaska ordnen die Wähler die vier Finalisten auf ihren Stimmzetteln nach ihrer Präferenz. Wenn niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, scheidet der schwächste Kandidat aus und die Zweitstimmen auf diesen Stimmzetteln werden auf die verbleibenden Kandidaten umverteilt. Dieser Prozess wird so lange fortgesetzt, bis jemand eine Mehrheit hat. Die Auszählung der Präferenzstimmen wird jedoch nicht vor dem 18. November, dem Stichtag für die Briefwahl, stattfinden, sodass der Sieger in Alaska - und möglicherweise die Frage, welche Partei den Senat kontrolliert - erst in einigen Wochen feststehen könnte. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die Wahl in Alaska besonders im Fokus steht.

Republikaner wittern Kampagne

Der republikanische Amtsinhaber Dan Sullivan warf seiner demokratischen Rivalin eine Betrugskampagne vor. "Die Kampagne meiner Gegnerin ist buchstäblich darauf ausgerichtet, die Menschen in Alaska in die Irre zu führen, zu lügen und zu betrügen", sagte der 61-Jährige am Dienstag vor Reportern in Anchorage, der größten Stadt Alaskas. "Wir erleben den größten Wahlbetrugsskandal in der Geschichte des Bundesstaates Alaska - vielleicht einen der größten in der Geschichte des US-Senats."

In Alaska stehen bei der Kongresswahl zwei Kandidaten mit dem gleichen Namen auf dem Wahlzettel: neben dem amtierenden republikanischen Senator Dan Sullivan auch der völlig unbekannte pensionierte Lehrer Daniel J. Sullivan. Die Republikaner vermuten dahinter ein Manöver der Demokraten und argumentieren, die Wähler könnten anstelle des amtierenden Senators versehentlich den anderen Sullivan wählen, wovon die demokratische Kandidatin Mary Peltola profitieren würde. Peltola weist die Vorwürfe zurück und bestreitet, von einem solchen Manöver Kenntnis zu haben.

Auch im zweiten offenen Staat, Mississippi, ist die Wahl denkbar knapp. Nach Auszählung von rund 96 Prozent der Stimmen am Vormittag deutscher Zeit trennen Scott Colom von den Demokraten und die Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith von den Republikanern nur 43 Stimmen. Seit 1982 hat in diesem Bundesstaat kein Demokrat mehr eine Senatswahl gewonnen. Der knappe Vorsprung bedeutet, dass die Entscheidung von vorläufigen Stimmzetteln abhängen dürfte, deren Prüfung Tage dauern könnte. Solche Stimmzettel gibt es, wenn die Wahlberechtigung eines Wählers im Wahllokal nicht sofort zweifelsfrei bestätigt werden kann.

Im Repräsentantenhaus sind noch einige Rennen offen. CNN zufolge liegen für 71 der 435 Wahlkreise noch keine Hochrechnungen vor. Mehr als drei Millionen Stimmen müssten noch ausgezählt werden. In den USA werden also auch im Laufe der nächsten Stunden und Tage noch wichtige Entscheidungen fallen.

Quelle: ntv.de, toh/AFP/DJ

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