Politik

Mississippi kriegt Fotofinish43 Stimmen Unterschied: Demokraten greifen nach hauchdünner Sensation

04.11.2026, 11:45 Uhr
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Bill Clinton unterstützte den demokratischen Kandidaten Scott Colom. Er könnte nun einen höchst überraschenden Wahlsieg feiern. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

2024 gewinnt Donald Trump Mississippi mit 23 Prozent Vorsprung. Nur zwei Jahre später geht es bei der Senatswahl dagegen auf ein wahnsinnig knappes Fotofinish zu. Gerechnet hatte damit kaum jemand. Besonders brisant: Die beiden Kandidaten haben eine gemeinsame Vorgeschichte.

Der unerwartet starke Wahltag für die Demokraten macht auch vor Mississippi nicht halt. Der dortige Senatssitz war lange eine sichere Bank für die Republikaner. Nun könnte er an die Demokraten fallen. Doch die Wahl ist denkbar knapp. Nach Auszählung von rund 96 Prozent der Stimmen am Vormittag deutscher Zeit trennen Scott Colom von den Demokraten und die Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith von den Republikanern nur 43 Stimmen. Seit 1982 hat in diesem Bundesstaat kein Demokrat mehr eine Senatswahl gewonnen.

Der knappe Vorsprung bedeutet, dass die Entscheidung von vorläufigen Stimmzetteln abhängen dürfte, deren Prüfung Tage dauern könnte. Solche Stimmzettel gibt es, wenn die Wahlberechtigung eines Wählers im Wahllokal nicht sofort zweifelsfrei bestätigt werden kann. Colom wäre der erste afroamerikanische Senator aus Mississippi seit Blanche K. Bruce, der 1875 sein Amt antrat und 1881 aus dem Amt schied.

US-Präsident Donald Trump hatte Mississippi bei der Wahl vor zwei Jahren klar gewonnen. Der Vorsprung auf seine demokratische Herausforderin Kamala Harris betrug damals sogar rund 23 Prozent. Dementsprechend war Hyde-Smith vor der Wahl die klare Favoritin. Auch zu Beginn des Wahlabends lag sie noch vorne, doch Stück für Stück holte Colom auf.

Gemeinsame Vorgeschichte

Ironisch ist, dass ausgerechnet die Republikanerin Hyde-Smith vor drei Jahren die von Präsident Joe Biden vorgeschlagene Ernennung von Colom zum Bundesrichter im nördlichen Bezirk von Mississippi blockierte. Nur deshalb hatte er nun die Möglichkeit, ihr das Senatoren-Amt streitig zu machen.

Ihren Anhängern versichert Hyde-Smith dennoch, dass sie "derzeit deutlich in Führung" sei. "Und ich versichere Ihnen: Ich werde weiterhin Ihre US-Senatorin sein." Die "deutliche Führung" ist zumindest bei den ausgezählten Stimmen derzeit allerdings ein Rückstand, da Colom aktuell sogar hauchzart vorne liegt. US-Medien behandeln das Rennen allesamt wenig überraschend noch als "too close to call", also zu knapp, um einen Sieger zu verkünden.

Kurz nach Mitternacht gaben die Wahlbeamten von Hinds County lokalen Medienberichten zufolge bekannt, dass die Auszählung für diese Nacht unterbrochen werde, was bedeutet, dass die vollständige Auswertung der Wahlergebnisse bis zum Morgen warten muss.

Beide Kandidaten haben derzeit 48,9 Prozent der Stimmen. Der Demokrat Colom hat 462.821, Hyde-Smith hat 462.778. Die restlichen rund zwei Prozent hält Ty Pinkins, der unabhängig antritt. Der ehemalige Demokrat hatte seine Kandidatur damit begründet, dass "die Menschen frustriert sind darüber, dass sie hier in Mississippi bei jeder Wahl gezwungen sind, zwischen denselben beiden Optionen zu wählen". Er könnte nun das Zünglein an der Waage sein, das das knappe Rennen entscheidet.

Quelle: ntv.de, toh

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